Gedanken zur Zucht

Ein Rassehund hat heute noch eine Lebenserwartung von durchschnittlich acht Jahren… Wir erleben eine deutliche Zunahme von Allergien, Stoffwechsel und Krebserkrankungen die zum verfrühten Tod führen. Einen großen Einfluss darauf hat meines Erachtens die Ernährung. Auch das viele impfen schädigt das Immunsystem und fördert die Entstehung von Krebs. Daher bin ich ein überzeugter BARF Anhänger und konsequenter Umsetzer. Damit habe ich schon ein großes getan, um dem Hund ein gesundes Leben zu ermöglichen.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Gesundheit sind die Erbanlagen. Der English Bulldog ist über viele Jahrzehnte rein gezüchtet.Ein ausgewähltes Elternpaar würde uns vielleicht vom zu erwartenden Körperbau weiterbringen, aber die gesundheitlichen Auswertungen passen nicht. Oder aber die Auswertungen passen, aber beide Auserwählte haben zu viele und zu nahe gemeinsame Vorfahren. So sind wir eigentlich ständig auf der Suche nach den geeigneten Zuchttieren…

Ich persönlich wünsche mir, dass der Bulldog eine Lebensqualität hat nahezu wie jeder andere Hund auch.

Die Lebenserwartung sollte um die Hälfte steigen.

Er soll ausreichend Luft bekommen um seinem Bedürfnis nach Bewegung uneingeschränkt nachkommen zu kommen.

Sein Rachenraum sollte so gut belüftet sein, dass er bei höheren Temperaturen in der Lage ist, sich durch hecheln zu kühlen.

Seine Schnauze sollte nicht so kurz sein, dass sich übermäßig Falten bilden und diese zu Haut- und Augenproblemen führen.
Er soll eine Rute haben um die Kommunikation untereinander zu vereinfachen und Verkrümmungen bis in die Wirbelsäule auszuschließen.

Sein großes Gewicht sollte auf entsprechend hohen Beinen stehen, um ihm die Bewegung zu erleichtern und die Gelenke nicht schon im
Junghundealter Folgen von Arthrosen aufweisen.

Er soll sich selbständig fortpflanzen können.
Und bei alldem sollte er aber auch noch aussehen wie ein Bulldog :-)
Ich weiß das dies ein hochgestecktes Ziel ist und ich selbst habe in meiner Zucht auch noch nicht alle “Soll‘ s” erreicht. Aber es ist ein Ziel und ich bin sicher, mit sorgfältiger Selektion, Voraussicht, Geduld und auch Mut haben wir vielleicht in einigen Generationen unser Ziel erreicht, oder kommen ihm zumindest recht nahe. Ich weiß, dass ich mit meinem klitzekleinen Anteil in der Bulldogzucht, diese Welt nicht Einfluss nehmend verändern werde; aber ich weiß auch, dass sich für einen einzelnen Hund, welcher gesunde Anlagen hat und gesund gehalten wird, seine ganze Welt verändern wird…

Angebot und Nachfrage

In der Dienstleistung regelt grundsätzlich die Nachfrage das Angebot. Das ist auch in der Hundezucht so. Wünschen die Menschen Hunde mit langem Fell, werden diese gezüchtet, wünschen sie gar kein Fell, wird dies auch gezüchtet. Werden kurze Beine bevorzugt, richten sich die Züchter darauf ein, oder Riesenbeine wird auch dies möglich gemacht.

Auch die Bulldoggen sind in den letzten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts deutlich übertypisiert gezüchtet worden, obwohl der Standard auch damals schon etwas völlig anderes aussagte. Bis zum Jahre 2004 war sogar die Widerristhöhe verankert mit
folgendem Text: „Die Widerristhöhe des Hundes sollte den Kopfumfang vor den Ohren gemessen ergeben“. Damit waren unsere Bulldogs nicht selten um 25 cm zu niedrig gezüchtet worden mit allen daraus resultierenden Problemen. Das Standardgewicht
besteht allerdings seit 1950 unverändert. Die kurzen geraden Ruten waren auch schon im Standard von 1950 verankert, doch kein Züchter legte Wert darauf. Die Zuchtrichter auf den Ausstellungen schienen mangelhaft nach dem Standard ausgebildet und sind
dem damaligen Zuchttrend gefolgt. Die Züchter auf dem Kontinent folgten immer dem Zuchttrend aus England.

Die niedrig gebauten, schweren Bulldogs mit den viel zu großen Köpfen ließen sich gut verkaufen und ich glaube die Zuchtrichter auf den Ausstellungen verloren irgendwann das Augenmaß. Sie prämierten sie mit Preisen und machten sie damit wiederum als
Zuchthunde interessant und förderten somit eine immer extremere Zucht.

So zogen sich die Kreise… Das die Gesundheit dabei auf der Strecke blieb, ist uns allen klar.

Seit März 2011 gibt es offiziell, veröffentlicht durch die FCI Standard Nr. 149,nach massiver Kritik von Tierschützern, in England u.a. auch für den Bulldog einen neuen Standard. Es wurden alle Übertreibungen und auch die Widerristhöhe aus dem Standard gestrichen. .

Dieser Standard fördert die Zucht nach Gesundheit, zurück zum Natürlichen. Der Bulldog soll wieder an Lebensqualität gewinnen. Eine Umstellung wird wie oben schon beschrieben nicht von heute auf morgen geschehen. Wir für unseren Teil haben uns jedoch entschieden, konsequent und zielgerichtet darauf hin zu arbeiten, d.h. unsere Verpaarungen sind deutlich darauf ausgerichtet. Leider wird aber von vielen Interessierten immer noch der schwere Typ favorisiert, die Nachfrage nach ihm ist weiterhin vorhanden. Sollten Sie also auf der Suche nach einem Bulldog sein, mit schwerem Körper auf kurzen Beinen, mit dicker Nasenfalte, die die Nase beim Atmen beeinträchtigt, sind sie bei uns an der falschen Adresse.

Mein Appell geht an die Menschen, die den Bulldog aufgrund seines Charakters lieben, und sich für ihren Hund wünschen, dass er eine möglichst große Lebensqualität genießen kann. Menschen, die es nicht nötig haben, sich mit dem Hund zu profilieren. Menschen, die uns helfen, den Bulldog wieder zurück zur Natur zu bringen, einen Hund daraus zu machen, der sich wieder selbständig fortpflanzen, selbständig gebären und sich seines Lebens erfreuen kann.

Das sind wir ihm schuldig, unserem langjährigen besten Freund …

 

Für alle meine “Dicken”,

die ich lieben
und von denen ich lernen durfte…